Facebooks Blindflug ohne Werbe-ID

Demnächst dürfen iPhone-Nutzer dem Facebook-Konzern die rote Karte zeigen, den Zugriff auf ihre Werbe-ID verweigern. Als Apple dies angekündigt hat, ist Mark Zuckerberg das Grinsen auf Monate hinaus eingefroren. Seitdem ist auf der Zuckerburg Alarmstufe rot.
Man droht Apple, will dies und das vor Gericht erreichen, denn das soziale Netzwerk fürchtet, dass die Werbekampagnen ins Leere laufen, sie nicht mehr richtig analysiert werden können. Facebook fürchtet den Blindflug durch Apples Tracking-Transparenz, wie CNBC schrieb.

Die Werbe-ID im Blickfeld

Dabei ist das viel Geschrei um etwas, was schon längst möglich ist. Da die Wenigsten um diese Möglichkeit wissen, ist natürlich so eine aufploppende Frage:

“Dürfen wir dich tracken, über Monate verfolgen, dich Marketing-gerecht aufarbeiten und dann gewinnbringend zu Markte tragen?”

der Tod jedes bisher erschlichenen Tracking. Das wissen natürlich auch die Gefolgsleute von Mark Zuckerberg. Deswegen der Aufschrei.
Google hat kürzlich wohlwollend von sich gegeben, keine Cookies mehr als Tracking einzusetzen. Nun ja, Google hat schon was anderes in der Pipeline. Ob Google mit einer demnächst erscheinenden Android-Version auf Apples Spuren wandelt, bleibt abzuwarten. Aber, wir können in Android schon mal selbst Hand anlegen und unsere Werbe-ID der Allgemeinheit entziehen, dem personalisierten Tracking ein Ende bereiten.

Das Ende der Werbe-ID

Es ist natürlich leichter WhatsApp oder den Messenger zu bedienen, als mal in den Einstellungen die Schalter der Möglichkeiten zu erkunden. Dabei liegt alles greifbar ohne Hacks und andere Klimmzüge vor der eigenen Nase.

1. Schritt: Die App-Übersicht aufrufen und zu der App “Einstellungen” gehen.

Android Werbe-ID ausknipsen (1)
App Übersicht mit der App “Einstellungen”

2. Schritt: Das Google-Konto aufrufen

Android Werbe-ID ausknipsen (2)
In den Einstellungen das Google-Konto aufsuchen

3. Schritt: Werbe ID-ausschalten/zurücksetzen

Android Werbe-ID ausknipsen (3)
Im Google Konto die Abteilung “Werbung” aufsuchen

Im Google-Konto gibt es die Abteilung Werbung. Diese aufrufen und hier kann man zum einen die Werbe-ID zurücksetzen, zum anderen den Apps untersagen Werbe-ID für sich zu verwerten. Ob das natürlich auch so ist, steht auf einem anderen Papier. Wer sich ein bisschen mit der Materie Smartphone beschäftigt, dürfte wissen, dass vorne hui, hinten pfui, nicht anderes bedeutet, dass die “Sich schön zu Tisch reden”-Redner hinten herum am Werk sind. Ganz groß darin ist Facebook, und das nicht erst seit gestern.
Auf dem iPhone ist es ähnlich. Hier erfolgt der Einstieg über Einstellungen -> Datenschutz -> Werbung.

Die Entscheidung liegt bei jedem Einzelnen

Das Zurücksetzen der Werbe-ID bewirkt, dass eine neue Nummer “gewürfelt” wird. Diese Möglichkeit besteht, wenn man die Werbe-ID für alle zugänglich lässt. Dann müssen sie fast wieder bei null anfangen. Es gibt aber noch genug Parameter im Smartphone die erzählen, wer du bist und wo du bist. Frag Google.
Und wenn du nichts zu verbergen hast,
dann lass doch auch gleich deine Haustüre auf,
anderen deine Gehaltsstreifen lesen,
und zeig ihnen die Krankenakte mit dem HIV-Befund.

Weiterführende Maßnahmen können ebenso ergriffen werden, scheiden deswegen nicht aus. Man muss nicht alles klaglos hinnehmen. Letzteres ist natürlich einfacher.

 

Drum prüfe, was sich an dich klammert

Zu guter Letzt noch der Tipp: Generell sollte man sich angewöhnen, hin und wieder die “Berechtigungen” zu checken.
Es dürfte mittlerweile bekannt sein, dass sich nach einem Update die Berechtigungen ändern können. Wer weiß was gestern war? Um das herausfinden geht man über die “Einstellungen” -> Apps & Benachrichtigungen -> Erweitert -> und lässt sich dort in der Abteilung “App-Berechtigungen” häuslich nieder. Der Zugang zu den Berechtigungen ist in jeder Android-Version ein wenig anders.

Bei iOS erfährst du es, indem du in den “Einstellungen” auf “Datenschutz” klickst und einzelne Bereiche auswählst.

Zurücklehnen ist aber nicht, denn das App-Tracking steht weiterhin im Blickpunkt. Facebook ist nicht alleine und viele Köche auf dem Smartphone können dir ganz schön die Suppe versalzen – sinngemäß.

Weiterführender Link:

Tracking: Daten-“Vergiftung” als Selbstschutz

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