Eine (Corona)-“freie” Smartphone-Welt

Nach dem die Corona-Warn-App vom RKI freigegeben wurde, die anfänglich begeisterten Erfolgsmeldungen (macht was sie soll) den Misstönen weichen mussten, da vieles nicht rund lief, weiß seit letzter Woche das kleinste Fleckchen Hinterland, dass Google mit im Spiel ist.

(Android) Corona-Warn-App:
Play Services übermitteln Daten an Google

Corona-App meets Google
Corona-App meets Google-Play Services
(wie viele andere Apps auch)

Wer hat den Schwarzen Peter?

Irische Wissenschaftler stellten bei der Nutzung der Corona-Warn-App fest, dass persönliche Nutzerdaten an zentrale Server übermittelt werden. Der Krähenfuß an der Sache (auch schwarz): Verantwortlich dafür sind die Google Play Dienste. Ohne die wäre die Corona-Warn-App auf einem Android Smartphone blind, könnte nicht erzählen was sie soll.

Zwar wird den Geistern der Corona-Warn-App bescheinigt (Telekom/SAP) in Sachen Datenschutz alles richtig gemacht zu haben, aber sie hätten wissen müssen, dass wenn sie Google an Bord holen, Google nicht mehr der “gute Geist” im Spiel ist. “Don’t be evil” war einmal. Die App ist inzwischen in der Gunst der Nutzer von 4.x auf 3.x abgestürzt. Viel dazu beigetragen haben die Fehlermeldungen die sich nach einiger Zeit beim Nutzer der App bemerkbar machten.

Google rechtfertigt den Zugriff auf die Daten der Nutzer über die Google-Play-Dienste wie folgt:

„Jegliche Geräte (nicht nur Android) benötigen diese Informationen, um auf dem neuesten Stand zu bleiben und Menschen und Systeme vor Angriffen schützen.“ (Deutschlandfunk)

Ein weiteres Kapitel in Sachen: “Do the right thing”.

Merke: Wichtig sind die Begründungen um Rechte brechen zu können, die hinterfragten Begebenheiten dennoch zu rechtfertigen. Da wären: (Netz-) Terror, Kinderschändung, Gesundheit, Sicherheit etc.pp..

Angefangen hat es mit Google-Play-Dienste und einer Update-Begründung, weswegen die App auf jedem Handy (zwangs)installiert wurde. Da Android ein Flickenteppich ist, will man so von zentraler Stelle die Bugs beseitigen. Mit der Zeit hat Google immer mehr hinein gepackt, sich somit unentbehrlich gemacht (Play-Dienste zählt inzwischen zu den fettesten Apps).

Es stellt sich aber hier die Frage:
Warum wurde z.B. Android 4.x noch nicht angegriffen?
Lösung: Google ist dort mit seinen Controller-Apps außen vor (sind zu fett, passen nicht drauf). wink

Weh und Ach

Google Play Services
Nicht nur die Corona-App ist von Google abhängig. Deutschlandradio auch.

Merke: Wer sich auf andere verlässt, ist verlassen. (Hessische Lebensweisheit)

Kürzlich folgender Fall, der bei mir das Fass zum überlaufen brachte. Jetzt bin ich tätig geworden, neue Rufnummer, neues Spiel.

Es gibt viele Tipps und noch mehr Möglichkeiten sein Android-Smartphone von Google und Facebook, den größten Datenkraken, zu befreien. Die einfachste und sicherste Art ist, erst gar nicht ein solches Smartphone zu kaufen. Fairphone bietet zb. mit /e/ ein Smartphone mit Android ohne Google an.

Will man nicht, dass persönliche Daten mit bald jeder App aus dem Play-Store abgegriffen werden, dies ohne vorher eine Einwilligung einzuholen geschieht, sollte man selbst tätig werden.

Abhilfe: Google ausknipsen

Als erstes steht das Löschen des Google Kontos an. Unter den Android-Einstellungen findet man auch die App-Abteilung. Dort deaktiviert/deinstalliert man die Google Apps wie Maps, Chrome, Drive und andere). Gute Alternativen gibt es auf F-Droid.

F-Droid
F-Droid – Marktplatz für “Freigeister” und andere

Wer auf die Apps aus dem Google-Store nicht verzichten will/kann, für den gibt es über F-Droid den Yalp– oder Aurora Store, nebst Exodus-Hinweis (Tracking). Kauf-Apps und GPlay-Karten funktionieren dann dennoch nicht. Aber hierüber können für die Apps aus dem Play-Store die Updates angestoßen werden.
Natürlich ist man mit all diesen Maßnahmen Google nicht los. Man spuckt aber Google ein wenig in die Datensuppe, so daß die Datenkrake sich an den spärlicheren Daten wenig zu erfreuen weiß. Die Telefon-ID hat Google aber immer noch, leider. Vieles ist umsetzbar, ohne sich und seine Daten für ein bisschen Smartphone-Spaß aufzuopfern. (Links dazu am Schluss des Beitrages)

Vorsicht ist die Mutter aller Porzelankisten

Smartphone rooten leicht gemacht, Alternatives OS aufspielen, geistert in vielen Varianten im Netz herum. Aber, diese Vorgehensweise ist nur was für “Spezialisten”, nicht empfehlenswert, denn dies ist mit Einschränkungen verbunden. Wenn aufgrund des rooten die Superkamera nicht mehr super ist, was dann? Die Hersteller haben einiges eingebaut, um sicherzustellen, dass das Rooten mit 0-Spaßfaktor verbunden ist.
Auch muss man schauen, ob es überhaupt ein alternatives OS für das eigene Smartphone gibt. Und das ist nicht immer der Fall. Darüber hinaus sind viele Anleitungen im Netz der Marke: “Das war Hollywood Android von gestern, aber gestern ist vorbei…”

Meine kleine (Corona)-“freie” Smartphone-Welt

Smartphone ohne Google-Play
Diversity ohne Google
Zwei Rufnummern, zwei Handys

Smartphone 1: Freigeist (Schattenkind)
1. Google Konto gelöscht
2. Google-Apps (GA) deaktiviert/deinstalliert
3. Die Alternativen aus F-Droid und vom Hersteller (ohne die GP-Dienste):
Blokada (Hersteller), Nextcloud, OpenStreetMap, Kalender, Element (Riot), Threema (Hersteller), Wire (Hersteller), Telegram (2. Konto (Fernsteuerung)), Fennec F-Droid (Firefox), DAVx² (Synchronisation), Transportr u.a..
4. Verschiedene Adresskonten, Steuerung über Nextcloud und DAVx². Hier sind die Kontakte ohne Facebook, Whatsapp, TikTok, Instagram… gelistet.

Smartphone 2: Evil (prepaid/ Nummer ist verbrannt)
Hier tummelt sich “böse/sorglose Anti-DSGVO scheißegal-Welt” mit dazugehörigen Apps
Kleine Steuerung dennoch: Blokada (Hersteller), Nextcloud und DAVx² (F-Droid)
Verschiedene Adresskonten, Steuerung durch Nextcloud und DAVx². Hier sind die Kontakte die mit Facebook, WhatsApp, TikTok, Instagram kuscheln. Diese müssen allerdings Zeit für meine Rückmeldung mitbringen, denn dieses Smartphone verlässt den Bunker in der Regel nicht. Und wenn, dann nur als “Telefon” – anrufen, simsen, mehr ist nicht.

Wissen solltet Ihr, dass es im Play-Store auch Apps gibt, die zwar Google im Backpack haben (Analytics, AdMob u.a.), dennoch reibungslos laufen. Wenn eine App die GP-Dienste braucht um darüber z.B. die GPS-Daten zu holen (wo bin ich, Haltestelle in der Nähe, Wetter), fliegt sie bei mir runter oder der Zugriff auf den Standort wird ausgeknipst, wenn nicht nötig.

 
Beste Lösung für des Freigeistes Daten ist und bleibt:

Smartphone mit alternativen Android-System kaufen.

In naher Zukunft wird es auch eine Corona-Warn-App geben, die ohne die Play-Dienste installiert werden kann, auch auf kleineren Handys läuft. Sie hat aber nun mal den “Schwarzen Peter” der Medien abbekommen. Aber 99% von ihnen sollten sich besser ganz leise über die Medienhausflure verdrücken. Sie sind kein Deut besser.

Als Beispiel mag der Deutschlandfunk herhalten, der ziemlich früh die Warnmeldung verbreitet hat. Ohne Google geht es bei ihm auch nicht (Bild oben).

Die Öffentlich Rechtlichen Medienanstalten, die sich vom Gebührenzahler nähren, sind NICHT zwangsläufig OHNE. Einfach mal Exodus anwerfengirl_devil

 

Aber wie pflegte Großmutter zu sagen?

Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht das Selbe.

In diesem Sinne bye2


Weiterführende Links:
Android Google-frei einrichten
Android ohne Google: Take back control!


Nachtrag
07.09.2020 Google verheddert sich im eigenen Überwachungsapparat