Der 3. Bildungsweg – Corona (04/21)

Letzte Woche rief mich meine Frauenärztin an und hat mir unterbreitet, ich könnte mich gegen Covid-19 impfen lassen. Dann kam die Frage, wann ich das letzte Mal geimpft worden bin. Gab ich zu Besten: “Vor 14 Tagen, gegen Meningokokken.” Das war’s dann mit der Corona-Impfung. Würde nicht gehen. Aber, mir ist entfallen, dass diese zwar anstand, ich das Impfheft auch abgegeben habe, der Impfstoff aber im Lager nicht mehr vorhanden war. Letzten Montag bin ich nun gegen Meningokokken geimpft worden. Lag ich dann erstmal Dienstag flach. Die Corona-Impfung kommt dann, irgendwann, demnächst in diesem Theater.

 

Die Flucht in die FFP2-Maskenpflicht

FFP2-Maskenpflicht
FFP2-Maskenpflicht im ÖPNV

Nach der Corona-Notbremse jammern viele wegen der Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr. Unter uns: Bisher war das Umgehen dieser Regel kein Thema, was hin und wieder auch die Medien bemerkten. Schlimmer ist aber nun, dass eine Dienstleistung im ÖVPN bei einer Inzidenz von über 100 nur noch mit einer FFP2-Maske erfolgt, obwohl der ÖPNV nicht zu den Hotspots zählt. Das ist schon nicht ohne. Jetzt muss ich zum Medizinmann nach Frankfurt mich von der FFP2-Maskenpflicht befreien lassen. Bei einer Inzidenz von 350 kam einzig die Order aus dem Rathaus Offenbach:

“Rauchen und Kaffeetrinken nur im Stehen, nicht herumlaufen.”

(Der Geheimtipp gegen das Tragen einer Maske: Immer ‘ne Fluppe oder Kaffeebecher in der Hand haben)

und jetzt bei 100 dreht der Staat am Corona-Rad.

Nicht auf dem Schirm sind u.a. Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nur in Begleitung mit einer FFP2-Maske unterwegs sein dürfen. OP-Maske ginge gerade noch, jetzt können sie sehen, wo sie bleiben. Sie können sich nun bei all jenen bedanken, die verantwortungslos die Gesundheit anderer gefährden, mit den R-Werten Roulette spielen oder die Umwelt ohne Mund-Nase-Dingens mit ihren kruden Thesen verseuchen. Hanau ist ein Schwerpunkt, wie Offenbach auch, was niemanden in den Rathäusern interessiert – trotz Hinweis. #hanaustehtzusammen – bei einer Inzidenz von 263 auch ohne Maske!

RMV – Regel zur Mund-Nase-Bedeckung

Geimpfte Isolationshaft

Aus der Anstalt B (steht für Berlin) wurde gebetsmühlenartig der Impfplan an die Medien weitergegeben: zuerst die Alten in den Heimen. Wochenlang, bald täglich der Hinweis, dass dann die Normalität einziehen kann. Es wird dann (fast) wie früher sein. Und man muss sich das mal vor Augen führen, jetzt sind die alten Menschen geimpft und sie sind dennoch in “Isolationshaft”.
Keine Teilhabe, kein gemeinsamer Kaffeeklatsch, und wenn, dann nur in einer ganz kleinen Gruppe. Besucher müssen sich vorher anmelden, einen Corona-Test machen und dürfen nur für eine Stunde bleiben – nach der Infektionsschutzverordnung. Länger als eine Stunde bleiben, gar mit Enkelchen die Oma besuchen? Kann man sich abschminken. Ist das ok? Wofür die Impfung, wofür Tests?

In Berlin sitzen Gestörte, die uns von einem Unglück ins nächste führen! Sie haben schon einmal die “Alten” hängen lassen, als diese sich nicht mal im Sterbebett von ihren Lieben verabschieden durften, alleine den Weg gehen mussten. Ist das ok?
 

 

Die Geldverbrennungsmaschine namens Corona

Wir sind eine reiche Nation. Das merkt selbst der letzte Hans hinterm Ofen unter anderem daran, dass man mit diesem Virus jede Menge Kohle machen kann. So muss man nur eine App hochhalten. Der Main-Kinzig-Kreis hat “”Cluster Diary / Daisy”, die Anstalt B die “Corona-Warn-App” nebst “Luca” und die Freigeister, wie ich, haben “Corona Contact Tracing Germany“, die ohne Steuergelder entwickelt wurde und ohne Google im Backpack daherkommt, was SAP & Telekom nicht hinbekommen haben. Sie sitzen nicht, wie andere nach dem Vorbild Dagobert in der €-Badewanne, schrubben sich den Rücken, haben das “Lebensretter-Abzeichen” Deutschlands an der Brust und rappen im besten Mother-Fucker-Rap:

Ach wie gut das niemand weiß, dass ich verkauf nur großen Scheiß.

 

Gefeierte Versager (dafür geschäftstüchtig)

Luca-App
Luca App: gefeierte Versager (Heilsbringer Smudo)

Nach dem Corona-Schutzmasken-Skandal, wo sich €DU/€SU von ihrer bekannten, fast vergessenen Seite zeigte, die Apotheker:innen dem Staat 5 bis 6 Euro für eine Maske in Rechnung stellen konnten (Einkauf 2 Euro), folgte die Offenbarung des Luca.

Dank kräftiger Werbung durch den prominenten Investor Smudo konnte das frisch gegründete Start-up culture4life binnen wenigen Monaten über 20 Millionen Euro an Steuergeldern von unterschiedlichen Bundesländern einsammeln.

Die Sorglosigkeit, mit der Steuergelder in der Causa Luca zum Kauf von Lizenzen verwendet werden, erklärt die immer lauter werdenden Zweifel an der Einhaltung von Vergaberichtlinien. (Artikel auf Netzpolitik.org)

Der CCC bemängelte zudem die in den vergangenen Wochen entdeckten eklatanten Mängel in den Spezifikationen, der Implementierung und wie Netpolitik.org die fragwürdigen Lizenzierungen der Luca-App. Es verwundert dann auch nicht, dass die nicht abreißende Serie von Sicherheitsproblemen mit den einhergehenden Reaktionen des Herstellers für einen grundlegenden Mangel an Kompetenz und mangelnder Sorgfalt spricht.

Luca-App: CCC fordert Bundesnotbremse

Als Reaktion auf Berichte zu Sicherheitslücken – auch vom Chaos Computer Club – haben die Luca-Betreiber den Code ihrer App veröffentlicht. Sie hoffen auf mehr Vertrauen.

So kann man es auch machen. Millionen kassieren und andere dann machen lassen.

Risiken der Luca-App “völlig unverhältnismäßig”
70 Sicherheitsforschende haben eine gemeinsame Stellungnahme veröffentlicht, in der sie der Luca-App weder Nutzen noch Sicherheit zusprechen. (Nachtrag 29.04.2020)

Probleme beim digitalen Check-in
Die Bundesregierung bei der Vorstellung der Check-in Funktion, die vergangene Woche mit dem neuesten Update in die CWA integriert wurde, noch versprochen, dass der QR-Code von Luca für beide Apps genutzt werden könne. Mit der Check-in-Funktion sollen etwa alle Gäste eines Restaurants oder Besucher von Veranstaltungen gewarnt werden, falls ein anderer Gast des Events wenig später positiv auf Covid-19 getestet wird.

Luca-App: Fachleute warnen vor “massivem Missbrauchspotential”
Die Debatte um die private Luca-App zur Kontaktnachverfolgung reißt nicht ab. Schwere Fehler bei Programmierung und Design sowie Millionensubventionen des Bundes für ein Produkt, dessen Datensicherheit und Funktionalität von Fachleuten vehement in Frage gestellt wird, werfen nach wie vor Fragen auf. Ebenso wie der Umstand, dass einige Landesregierungen den bekannten Problemen zum Trotz auf eine Verwendung der App dränge.
(Nachtrag 30.04.2020)

 

Testen, testen, testen…

Corona Selbsttest
Testen, testen, testen…

Und weil die Herdenimmunität immer noch gilt, sind nun die Corona-Tests an der Reihe. Was für den Staat nicht zwingend gilt, die Fürsorgepflicht, gilt für die Arbeitgeber. Nach Verordnung müssen die Arbeitgeber ihren Angestellten zweimal die Woche einen Test zur Verfügung stellen.
Dieser ist aber keine Pflicht. Laut Auskunft meines “Arbeitgebers” kostet der Test, der für uns in der Beratung zur Verfügung gestellt wird und sehr gut ist, ca. 6 Euro. Da ich nur einmal die Woche vor Ort bin, von einer Woche abgesehen, kann ich das Angebot auch nur einmal wahrnehmen. Die Kolleg:innen können zweimal den Test machen. Aber was dann?

Der Test ist nur für den Moment. Testen und dann einkaufen oder zur Fußpflege gehen, ‘ne Besuch im Zoo machen und auf den Test hinweisen, ist nicht, auch wenn Buch geführt wird, wie es bei uns der Fall ist. Im Altenheim gilt er zumindest eine Stunde lang.
Mit einem negativen Testergebnis anderntags die Welt erfreuen, wäre ebenso ein bisschen am Ziel vorbei. Aber, wenn der Test positiv anschlägt, ist er nicht dem Gesundheitsamt meldepflichtig.
Habe ich ein Fünkchen Verantwortung in mir, begebe ich mich in Isolation und mache einen Termin für einen PCR-Test aus (Merkblatt BW (pdf)). Für einen guten Ausgang sind nun andere Faktoren zuständig. Diese hat man nun nicht mehr selbst in der Hand.

Das Leben blättert nun die Seite um und fängt ein neues Kapitel an.


Dass wir jetzt da sind, wo wir in der Pandemie sind, haben wir den Eitelkeiten und Befindlichkeiten der Fürsten in den einzelnen Ländern zu verdanken – allen voran RWE-Kanzlerkandidat Armin Laschet.

Happy Hour einen Sommer lang,
ein kleiner Schluckauf im Herbst
und im Winter dann die Erkenntnis: Dumm gelaufen.

Bleibt gesund bye2

Bildernachweis: Pexels – Pixabay – Anika F.

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